Gutehoffnungshütte – Elektrostahlwerk Oberhausen

Die Wiege der Ruhrindustrie

GutehoffnungshütteDie Wurzeln der Gutehoffnungshütte gehen auf die 1758 gegründete St.-Antony-Hütte zurück. Sie machte Oberhausen zur Wiege der Eisen- und Stahlproduktion im Ruhrgebiet. Wenig später wird in der Nachbarschaft die Hütte “Gute Hoffnung” erbaut, die dem wachsenden Konzern bald seinen Namen stiften sollte.

Über die Jahre führten Firmenerweiterungen und Übernahmen zu Umfirmierungen, u. a. zum “Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb Gutehoffnungshütte”, der zur heute noch geläufigen Abkürzung “GHH” führte. 1920 fand die bedeutsame Fusion mit der MAN Aktiengesellschaft statt in der die GHH Regie führte.

1953 wird die Gutehoffnungshütte zu den Hüttenwerken Oberhausen (HOAG). Doch das Werk steht zunehmend unter starkem Wettbewerb. Nachdem 1968 die August Thyssen Hütte die Mehrheit an der HOAG übernimmt, wird 1979 letztendlich der Hochofenbetrieb eingestellt.

Ab 1971 firmieren die verbliebenen Betriebsteile als Thyssen Niederrhein AG. Der negativen Entwicklung der Stahlproduktion am Standort Oberhausen soll das 1980 in Betrieb genommene Elektrostahlkwerk entgegenwirken. Es ist das größte Elektrostahlwerk Deutschlands. Doch man konzentriert sich auf die Produktion von Massenstahl und leidet deshalb unter dem mittlerweile hohen Konkurrenzdruck in diesem Segment.

Nach dem Abriss der bereits Ende der 1970er stillgelegten Hochofen-Anlagen, entsteht auf dem ehemaligen HOAG-Gelände mit dem “Centro” das größte Einkaufszentrum Europas (75.000qm Fläche).

Im Dezember 1997 stellt auch das Elektrostahlwerk seine Produktion ein. Die Stahlzeit in Oberhausen ist damit nach fast 240 Jahren zu Ende. Obwohl das Stahlwerk für eine museale Nachnutzung vorbereitet wird und lange Zeit als einziges Gebäude auf dem ehemals letzten aktiven Betriebsteil erhalten bleibt, wird es 2006 abgerissen. Bereits weit gediehene Nachnutzungspläne (unter Einbindung in den Gesundheitspark “oVision”) scheitern, als die Finanzierung des Gesamtprojekts zusammenbricht. Einem neuen Investor will man die “Altlast” nicht zumuten, erklärt sie für nicht erhaltenswert und reisst die Anlage ab. Die einst hochtrabenden Pläne für das Areal – im Ruhrgebiet werden mit Fördermitteln ja nur zu gern die montanen Zeitzeugen weggeklotzt – endeten in der Ansiedlung von Bau- / Supermärkten und einer Spielhalle. Aus einer großen Vision und einem der geschichtsträchtigsten Orte des Ruhrgebiets wurde ein x-beliebiges Gewerbegebiet.

Eine der wenigen noch erhaltenen weiteren Hallen fiel wenige Jahre zuvor wegen Einsturzgefahr einem Nacht-und-Nebel-Abriß zum Opfer. Von der einstigen GHH/HOAG zeugen heute nur noch der erhaltene Gasometer, das ehemalige Hauptlagerhaus und einige umgenutzte Fragmente, wie z. B. die heutige Disco “Turbinenhalle”.