Bergwerk General Blumenthal

Von der Schlagwetter- zur Verbundzeche

General Blumenthal 11Die Geschichte des Bergwerks General Blumenthal beginnt im Jahr 1872, als Bohrungen auf Kohle stoßen. 1873 wird mit dem Bau des Bergwerks begonnen und Schacht 1 abgeteuft. 1879 konnte die Förderung aufgenommen werden. 1884 kommt es zu einer Schlagwetter-Explosion, 19 Kumpel kommen ums Leben. General Blumenthal wird die Probleme mit schlagenden Wettern auch in den folgenden Jahren nicht los. Immer wieder kommen Bergleute um. 1890 beginnt die Gewerkschaft Blumenthal mit den Arbeiten an Schacht 2. Eine weitere Schlagwetter-Explosion kostet 1892 20 Bergleute das Leben. 1895 wird Schacht 3 errichtet. Schon ein Jahr später kommt es erneut zu einer Schlagwetter-Explosion. 26 Bergleute werden getötet. Die folgenden Jahre verlaufen ruhiger, bis 1937 erneut 15 Bergleute umkommen.

Ab 1904 wird Schacht 5 errichtet, Schacht 6 folgt 1908 („Harz“). Schacht 6 wird in unmittelbarer Nähe von 1/2 geteuft. Die Anlage firmiert später bis zu ihrem Ende unter General Blumenthal 1/2/6 und nimmt 1912 eine Kokerei in Betrieb. An Schacht 5 folgte eine weitere Kokerei. 1943/44 geht Schacht 7 als Wetterschacht in Betrieb. Ende des 2. Weltkrieges sollen die elementaren Anlagen-Teile von General Blumenthal gesprengt werden. Die Werksleitung widersetzt sich jedoch und so übersteht das Bergwerk den Krieg relativ unbeschadet.

1955 überschreitet Schacht 3 die 1.000-Meter-Marke. 1959 wird auf Blumenthal erstmals ein Walzenschrämlader in Betrieb genommen. 1967 erfolgt auf der siebten Sohle der Durchschlag zur Zeche Shamrock 3/4/11 in Herne. 1964 wird Schacht 5 verfüllt und Schacht 8 geteuft. Shamrock 11 wird fortan Zentralförderschacht von General Blumenthal (GB 11). Dieses Konstrukt bedeutete erhebliche Aufwände Unter Tage: Während der Abbau an Schacht 8 erfolgte und die Kohle bereits ca. 15km bis zur Anlage 1/2/6 transportiert wurde, erfolgte nun der Weitertransport per vollautomatischem Zugbetrieb über weitere 18km zum ehem. Schamrock-Zentralschacht „General Blumenthal 11“ und seiner Aufbereitung. Zum Ende des Jahrzehnts geht General Blumenthal, wie alle Zechen der Hibernia, in den Bestand der Ruhrkohle AG über.

In den 1970ern wird das Anschlußbergwerk Haard/Haltern konzipiert und gegen aufkommende Widerstände vorangetrieben. Die Abbaufelder liegen in einem Naturschutzgebiet. Es kommt zum Zusammenschluß mit Ewald Fortsetzung. Die Förderung übernimmt Blumenthal. 1979 und 1980 werden Haltern 1 und 2 im Gefrierverfahren abgeteuft. Sie sollen die Zukunft Blumenthals sichern.

Ab 1992 firmiert die Zeche als Bergwerk Blumenthal/Haard. In den späten 1990er Jahren nimmt das Bergwerk den aus Japan nach Europa geschnappten „KAIZEN“-Trend auf (Kai=Veränderung, Wandel, Zen=zum Besseren) und nimmt mit der Zahl der eingerichten Verbesserungsvorschläge einen Spitzenplatz im Ruhrkohle-Konzern ein. Das Programm BL2000 soll die Zukunft des Bergwerks sichern. Nach einigen Jahren in diesem Verbund, geht Blumenthal/Haard 2001 im neuen Verbundbergwerk Auguste Victoria / Blumenthal auf. Die Blumenthaler Übertage-Anlagen werden aufgegeben. Mit Ausnahme von General Blumenthal 7 und dem Schacht Haard, wurden alle Schächte mittlerweile verfüllt und die Tagesanlagen zum Großteil abgebrochen.