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Glückauf und Herzlich Willkommen auf Industriedenkmal.de!

Das Thema dieser Seiten ist die Industriekultur-Fotografie und Geschichte in der westeuropäischen Montanindustrie. Es erwarten Sie Fotografien und geschichtliche Hintergründe zu Kohle-Zechen und Hüttenwerken aus dem Ruhrgebiet, Belgien, Nord-Frankreich und Lothringen, Gruben aus dem Saarland, Erz-Bergwerke aus dem Harz und einiges mehr.

HochöfenBergwerkeZechenAufbereitung

Abschied vom Industriezeitalter

In Deutschland und Europa ist es unübersehbar: Die meisten Bauten des Industriezeitalters sind bereits wieder getilgt. Dabei hatte die Epoche der Industrialisierung Menschen und Landschaften verändert wie keine Zweite. Kohle und Stahl waren die herausragende Triebfeder unserer Gesellschaft. Kühlturme, Hochöfen, Fördertürme und Schlote wuchsen als Zeichen des Fortschritts in einen grauen Himmel, der als Farbvariation nur das Glutrot eines Schlackenabgusses kannte. Der Ausblick über Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, oder Gelsenkirchen glich einem Wald von Zechen und Hütten.

Der Bergbau hat in vielen Regionen zu Wohlstand und Beschäftigung geführt, ganze Regionen geprägt. Doch Bodenschätze sind endlich und geologische Bedingungen unterschiedlich. Wo die Förderung  nicht mehr konkurrenzfähig, politisch nicht mehr gewollt ist oder Vorräte erschöpft sind, zieht sich der Bergbau zurück. 2018 endet im Ruhrgebiet der Steinkohlenbergbau und die meisten Zechen sind bereits geschlossen und abgebrochen. Es bleiben von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaften, Probleme und Chancen. Kein Bergwerk war wie das andere, jedes Hüttenwerk ein Unikat. Es gab vergleichbares und unterschiedliches, Zweckbauten und architektonische Glanzpunkte.

Die Erfindung von Hoch- und Drehrohröfen sowie moderner Konverter-Verfahren verhalf der Hüttenindustrie zum Durchbruch und begründete bekannte Dynastien wie die der Krupps, Thyssens und Mannesmanns. Viele Regionen erlebten einen Boom, manche Stadt entwickelte sich erst rund um ein Hüttenwerk. Das führte zu Beschäftigung und Wohlstand, aber auch zu Umwelt-Problemen. Durch Wirtschaftskrisen und Zyklen schrumpfte die Hüttenindustrie in Europa wieder und wurde effizienter. Ob im Ruhrgebiet, im Saarland, im Harz oder auch in Belgien oder Lothringen: Wo die Hüttenindustrie sich einst ansiedelte, prägt sie bis heute Umfeld und Kultur – wenn auch oftmals nur noch in einer postindustriellen Landschaft.

Heute ist der Himmel über dem Ruhrgebiet und anderen Industrieregionen Europas wieder blau. Die Montanindustrie hat sich globalisiert und in Europa auf wenige Zentren zurückgezogen. 2012 wurden nur noch 11% des weltweiten Rohstahls in der EU erzeugt, mehr als die Hälfte wurde hingegen in Asien produziert. Bei uns werden ehemalige Hüttenwerke und Zechen heute zu imposanten Museen oder sind dem Verfall und Abriss bestimmt. Es ist ein Abschied vom Industriezeitalter, teilweise mit kulturellem Anstrich und öffentlichen Fördergeldern, teilweise im schwermütigen Abbruchstaub der “Revitalisierung” eines Zechengeländes für den Bau des nächsten Lebensmittel-Discounters.

Auf industriedenkmal.de soll von den Orten berichtet werden wie sie einmal waren. Auch die von der post-industriellen Gesellschaft als nicht unproblematisch wahrgenommene lebendige Industrie soll gezeigt werden. Denn auch wenn kein Produktionsprozess ohne Eingriff in die Natur ist, brauchen wir ihre Produkte für das moderne, zivilisierte Leben.

Und nun viel Vergnügen auf Ihrer virtuellen Rundreise durch die Welt der Industriekultur!