Industriedenkmal.de Industriekultur

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Industriedenkmal.de Industriekultur 2018-02-28T00:44:29+00:00

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Das Thema dieser Seiten ist die Industriekultur-Fotografie und Geschichte in der westeuropäischen Montanindustrie sowie von Transport und Verkehr. Es erwarten Sie Fotografien und geschichtliche Hintergründe zu Kohlezechen und Hüttenwerken aus dem Ruhrgebiet, Belgien, Nord-Frankreich und Lothringen, Kohlegruben aus dem Saarland, Erzbergwerken aus dem Harz, dem Transrapid, Classic Cars und einiges mehr.

HochöfenBergwerkeZechenAufbereitung

Abschied vom Industriezeitalter

In Deutschland und Europa ist es unübersehbar: Auch viele der ganz tiefen Spuren des Industriezeitalters sind bereits wieder getilgt. Die Essener Weststadt war einst Krupp so weit das Auge reichte. Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen. Dabei hatte die Epoche der Industrialisierung Menschen und Landschaften einst verändert wie keine Zweite. Kohle und Stahl waren die herausragenden Triebfedern in den europäischen Industriestaaten. Kühltürme, Hochöfen, Fördertürme und Schlote wuchsen als Zeichen des Fortschritts und des Wohlstands in einen grauen Himmel, der als Farbvariation nur das Glutrot eines Schlackenabgusses kannte. Der Ausblick über Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, oder Gelsenkirchen war ein nebeliger Wald aus Zechen und Hütten.

Der Bergbau hat viele Regionen geprägt und Konzerne wie die Haniels groß gemacht. Die Erfindung von Hoch- und Drehrohröfen sowie moderner Konverter-Verfahren verhalf der Hüttenindustrie zum Durchbruch und begründete weitere bekannte Dynastien wie die der Krupps, der Thyssens, der Hoeschs und der Mannesmanns. Viele Regionen erlebten einen Boom, manche heute große Stadt entwickelte sich erst rund um Zechen und Hüttenwerke. Das führte auch zu Umwelt-Problemen. Durch Wirtschaftskrisen und Rationalisierung schrumpfte die Hüttenindustrie in Europa wieder und wurde effizienter. Ob im Ruhrgebiet, im Saarland, im Harz oder auch in Belgien oder Lothringen: Wo die Hüttenindustrie sich einst ansiedelte, prägt sie bis heute Umfeld und Kultur – wenn auch oftmals nur noch in einer postindustriellen Landschaft. Bodenschätze sind endlich, liegen immer tiefer und um die Wirtschaftlichkeit steht es schlecht im globalen Wettbewerb. In Europa zieht sich der Bergbau deshalb immer mehr zurück. Wo die Rohstoffversorgung vor Ort endet, liegen Hüttenwerke plötzlich weit von Rohstoff-Lieferanten entfernt. 2018 endet im Ruhrgebiet der Steinkohlenbergbau und die meisten Zechen und Hüttenwerke sind bereits geschlossen und abgebrochen. Es bleiben von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaften, Probleme mit Altlasten und auch zahlreiche Chancen. Kein Bergwerk war wie das andere, jedes Hüttenwerk ein Unikat. Es gab vergleichbares und unterschiedliches, Zweckbauten und architektonische Glanzpunkte. Die neue Industriekultur macht erlebbar was früher verboten war.

Heute ist der Himmel über dem Ruhrgebiet und anderen Industrieregionen Europas wieder blau. Die Montanindustrie hat sich globalisiert und in Europa auf wenige Zentren zurückgezogen. 2012 wurden nur noch 11% des weltweiten Rohstahls in der EU erzeugt, mehr als die Hälfte wurde hingegen in Asien produziert. Bei uns werden ehemalige Hüttenwerke und Zechen heute zu imposanten Museen oder sind dem Verfall und Abriss bestimmt. Es ist ein Abschied vom Industriezeitalter, teilweise mit kulturellem Anstrich und öffentlichen Fördergeldern, teilweise im schwermütigen Abbruchstaub der „Revitalisierung“ eines Zechengeländes für den Bau des nächsten Baumarkts.

Auf industriedenkmal.de soll von den Orten berichtet werden wie sie einmal waren. Auch die von der post-industriellen Gesellschaft oft als nicht unproblematisch wahrgenommene moderne Industrie soll gezeigt werden. Denn auch wenn kein Produktionsprozess ohne Eingriff in die Natur ist, brauchen wir ihre Produkte für das moderne, zivilisierte Leben.

Und nun viel Vergnügen auf Ihrer virtuellen Rundreise durch die Welt der Industriekultur!