Industriedenkmal.de Industriekultur

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Industriedenkmal.de Industriekultur 2019-01-14T23:05:26+00:00

Glückauf und Herzlich Willkommen auf industriedenkmal.de!

Das Thema dieser Seiten ist die Industriekultur-Fotografie und Geschichte in der westeuropäischen Montanindustrie sowie von Transport und Verkehr. Es erwarten Sie Fotografien und geschichtliche Hintergründe zu Kohlezechen und Hüttenwerken aus dem Ruhrgebiet, Belgien, Nord-Frankreich und Lothringen, Kohlegruben aus dem Saarland, Erzbergwerken aus dem Harz, dem Transrapid, Classic Cars und einiges mehr.

 

 

HochöfenBergwerkeZechenAufbereitung

 

Abschied vom Industriezeitalter

In Deutschland und Europa ist es unübersehbar: Auch viele der ganz tiefen Spuren des Industriezeitalters sind bereits wieder getilgt. Die Essener Weststadt war einst Krupp so weit das Auge reichte. Heute ist davon nur noch wenig zu sehen. Dabei hatte die Epoche der Industrialisierung Menschen und Landschaften einst verändert wie keine zweite. Kohle und Stahl waren die herausragenden Triebfedern in den europäischen Industriestaaten. Hochöfen, Fördertürme, Kühltürme und Schlote wuchsen als Zeichen des Fortschritts und bald auch des Wohlstands in den grauen Himmel. Er kannte als Farbvariation lange nur das Glutrot eines Schlackenabgusses. Der Ausblick über Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, oder Gelsenkirchen war ein nebeliger Wald aus Zechen, Hütten und Halden.

Der Bergbau hat viele Regionen geprägt und Konzerne wie die Haniels groß gemacht. Die Erfindung von Hoch- und Drehrohröfen sowie moderner Konverterverfahren verhalf der Hüttenindustrie zum Durchbruch und begründete weitere bekannte Dynastien: Die Krupps, die Thyssens, die Hoeschs und die Mannesmanns. Viele Regionen erlebten einen Boom. Manche heutige Großstadt entwickelte sich erst rund um Zechen und Hüttenwerke. Das führte auch zu Umweltproblemen. Durch zunehmende Konkurrenz aus Asien, Rationalisierung und Sättigung der Märkte schrumpfte die Hüttenindustrie in Europa wieder. Ob im Ruhrgebiet, im Saarland, im Harz oder auch in Belgien oder Lothringen: Wo die Hüttenindustrie sich einst ansiedelte, prägt sie bis heute Umfeld und Kultur – wenn auch oftmals nur noch in einer postindustriellen Landschaft. Bodenschätze sind endlich, liegen immer tiefer und um die Wirtschaftlichkeit steht es schlecht im globalen Wettbewerb. In Europa zieht sich der Bergbau deshalb immer mehr zurück. Wo die Rohstoffversorgung vor Ort endete, lagen Hüttenwerke plötzlich weit von Rohstofflieferanten entfernt. 2018 endete auch im Ruhrgebiet der Steinkohlenbergbau und die meisten Zechen und Hüttenwerke sind bereits geschlossen oder abgebrochen. Es bleiben von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaften, Probleme mit Altlasten und auch zahlreiche Chancen. Kein Bergwerk war wie das andere, jedes Hüttenwerk ein Unikat. Es gab vergleichbares und unterschiedliches, Zweckbauten und architektonische Glanzpunkte. Die neue Industriekultur macht erlebbar was früher verboten war.

Heute ist der Himmel über dem Ruhrgebiet und anderen Industrieregionen Europas wieder blau. Der Druck auf die verblieben Industrie bleibt groß. Sie bewegt sich im Spannungsfeld von sinkender Nachfrage, Billigkonkurrenz und steigenden Umwelt- und Klimaauflagen. 2012 wurden nur noch 11% des weltweiten Rohstahls in der EU erzeugt, mehr als die Hälfte wurde hingegen in Asien produziert. Es ist in unseren Breitengraden ein Abschied vom Industriezeitalter. Er wird begleitet von kulturellen Angeboten, öffentlichen Fördergeldern oder der schnöden Revitalisierung“ eines Zechengeländes durch den Bau des nächsten Verbraucher- oder Baumarkts. Zurück bleiben ein paar Bauten, oftmals Perspektiv- und Arbeitslosigkeit und die Suche nach einem Neuanfang.

Auf industriedenkmal.de wollen wir nichts verherrlichen aber doch ein wenig melancholisch sein. Auch die von der post-industriellen Gesellschaft oft als nicht unproblematisch wahrgenommene moderne Industrie soll gezeigt werden. Denn auch wenn kein Produktionsprozess ohne Eingriff in die Natur ist, brauchen wir ihre Produkte für das moderne, zivilisierte Leben.

Und nun viel Vergnügen auf Ihrer virtuellen Rundreise durch die Welt der Industriekultur!