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Der Hüttenwerksleiter Dr.-Ing. e. h. Wilhelm Esser schied angesichts des Schicksals “seiner Hütte” freiwillig aus dem Leben. Die Werke standen anschließend tatsächlich drei Jahre still.
Die Gründe für die wirtschaftliche Belebung Deutschlands ab 1933 lernt heute jedes Kind in der Schule. Sie waren es auch die dazu führten, dass die Hütte Ruhrort Meiderich 1934 wieder in Betrieb genommen wurde. Stahl war in Zeiten der Wiederaufrüstung ein gefragtes Gut. Vor Beginn des zweiten Weltkriegs erreichte die Hütte die gleiche Rohstahlerzeugung wie im Boomjahr 1928: 125.000 Tonnen Rohstahl, was 7% der damaligen deutschen Gesamterzeugung entsprach. Es war die Leistung von 5.700 Beschäftigten. Zwischen 1940 und 1945 war das Werk immer wieder Ziel von Bomben- und gegen Ende auch Artillerieangriffen. Sie führten letztendlich fast zur völligen Zerstörung. Es ist rückblickend erstaunlich, dass im besetzten Ruhrort/Meiderich noch kurz vor Kriegsende bereits wieder eine Betriebstätigkeit aufgenommen und schon im Juni 1945 wieder ein Hochofen angeblasen werden konnte.
1946 wurde die Hütte, wie die gesamte Stahlindustrie, unter die Verwaltung der “North German Iron and Steel Control” gestellt. Die Hütte Ruhrort Meiderich wurde genauso entflechtet, wie die Gesamt-Konzerne der damaligen Zeit.
Unter sich ändernden Vorzeichen (der kalte Krieg warf seine Schatten voraus, es galt ein westlich-kapitalistisches Bollwerk gegenüber dem “Ostblock” zu errichten), wurden die Betriebe 1951 wieder zur Hütte Ruhrort-Meiderich fusioniert. Die Wiedervereinigung folgte auf Vorschlag der Stahltreuhändervereinigung, die 1949 gegründet wurde um den Alliierten Mächten Vorschläge zur Schaffung überlebensfähiger Unternehmen zu machen, die durch die Entflechtung geteilt worden waren. Die “HRM” hatte zu diesem Zeitpunkt bereits wieder 10.000 Beschäftigte und stellte damit den leistungsfähigsten Duisburger Rohstahlerzeugungsbetrieb vor der ATH in Bruckhausen, der Niederrheinischen Hütte und der Hütte Vulkan.
1965 übernahm die zu neuer Größe erblühte August Thyssen Hütte AG die Hüttenbetriebe in Meiderich und Ruhrort im Rahmen eines Betriebsüberlassungsvertrags. Die ebenfalls in der ATH aufgegangene Niederrheinische Hütte verlor ein Jahr später ihre “heisse Phase” und wurde zu einem reinen Drahtwalzwerk umfunktioniert. Ruhrort profitierte davon durch bessere Auslastung.
1990 beschloss Thyssen den Bau eines zweiten Großhochofens am Standort Schwelgern. Er trat an die Stelle von Modernisierungen der älteren Hochöfen in Hamborn und Ruhrort, was später zur Stilllegung der Ruhrorter Hochöfen und 1997 zum Verkauf der Langstahlproduktion an ISPAT (später Mittal, heute Arcelor Mittal) führte. Das Oxygenstahlwerk Ruhrort ist unter dieser Flagge bis heute in Betrieb und wird von ThyssenKrupp mit Roheisen beliefert.
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